Auftaktveranstaltung des Wertebündnisprojekts „Friedenskinder“

„Erlebbar machen, was war, nicht über etwas erzählen (…), aus dem gemeinsam Erlebten in den Dialog gehen.“ Das sind die Worte der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zum Wertebündnisprojekt „Friedenskinder – von verbrannten Büchern und mutigen Menschen“.

Podiumsgespräch bei der Auftaktveranstaltung des Wertebündnisprojekts „Friedenskinder“ im Münchner Volkstheater

Das Projekt mit Theater EUKITEA als Projektträger und dem BLLV, dem Literaturschloss Edelstetten e. V. sowie dem Bayerischen Antisemitismusbeauftragten Dr. Ludwig Spaenle als Projektpartnern lief bereits im Frühjahr an. Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Münchner Volkstheater konnte das Projekt geladenen Gästen sowie Münchner Schülerinnen und Schülern vorgestellt werden.

Bei einem Podiumsgespräch, moderiert von Dr. Andrea Taubenböck, der geschäftsführenden Vorständin des Wertebündnis Bayern, tauschten sich die Projektpartner sowie ein Schüler und eine Schülerin des Gymnasiums St. Stephan in Augsburg aus. Besonders lebhaft schilderten die beiden Jugendlichen während der Diskussion, wie die sozialen Netzwerke Kommunikationsgepflogenheiten und den Informationsfluss massiv verändern. Man bekomme schnell ähnliche Inhalte vorgeschlagen und auf Dauer einseitige und unkritische Videos und Neuigkeiten im Feed angezeigt. Wer sich nicht damit auseinandersetze, ob die vorgeschlagenen Inhalte auf Social-Media-Plattformen wirklich eine differenzierte Wahrheit zeigten, komme kaum mehr aus seiner Bubble heraus, meint der Schüler Sinan Baatz.

Nach dem Podiumsgespräch konnten die Gäste und Schulklassen von drei Münchner Schulen das Theaterstück auf der Bühne des Volkstheaters erleben. Gespannt und aufmerksam verfolgte das Publikum das Geschehen auf der Bühne. Nach verdientem Applaus kamen die drei Schauspieler*innen und Regisseur Stephan Eckl mit dem Publikum ins Gespräch. Die Szenen zeigen bildstark die Haltung der Autorinnen und Autoren. Durch Originalpassagen wird ihr Geist auf der Bühne lebendig und bietet Anknüpfungspunkte für die Gegenwart.

Die eindrücklichen Szenen aus „Friedenskinder“ berühren das Publikum. „Das Stück ist nicht verkopft, es nimmt die Schüler emotional mit“, resümiert Prof. Dr. Klaus Wolf, der im Projekt das Literaturschloss Edelstetten vertritt und an der Universität Augsburg als Dekan sowie Antisemitismusbeauftragter fungiert.

Stephan Eckl, künstlerischer Leiter des Theaters EUKITEA, meint im Anschluss an die Veranstaltung: „Ganz spannend war natürlich bei unserer Podiumsdiskussion, wie intensiv die beiden Jugendlichen, die das Stück schon gesehen hatten, sich mitgeteilt haben, und dadurch konnte für mich wirklich erlebbar werden, wie intensiv das Stück aufgenommen wird und was für Bilder und Impulse für den Alltag daraus entstehen.“

Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, meint, das Theaterstück zeige eindrücklich, „dass diese kleinen Schritte riesige Folgen haben“, und lobt die Wachsamkeit und kritische Auseinandersetzung der Jugendlichen, die durch das Projekt gestärkt werden.

Aemelia Gairhos vom Gymnasium St. Stephan sagt über das Abschlussstatement des Stückes „Heute ist nicht damals“, dass sie Hoffnung habe und man daraus gelernt habe, dass es heute eben anders sei. Auch Dr. Andrea Taubenböck vom Wertebündnis Bayern ist zuversichtlich, dass das Projekt Jugendliche zum Einsatz für Frieden und Demokratie inspiriert: „Ich glaube, dass es ein wunderbares Signal ist zu sehen, dass so viele Menschen, so viele Schulen aller Schularten sich diesem schwierigen Thema widmen möchten. Das gibt mir Zuversicht.“

Wir danken dem Münchner Volkstheater und dem Restaurant Seppione für die Gastfreundschaft sowie allen Beteiligten für die lebhaften Gespräche.

Der EUKITEA-Letter

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